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Seit etwa dem Jahr 1900 bestand in Schulenberg mit seinen Ortsteilen Unter-, Mittel-, Oberschulenberg und Festenburg eine Pflichtfeuerwehr, wie in vielen anderen Harzgemeinden auch. Nur eine dürftige Ausrüstung, nämlich eine aus dem Jahr 1902 stammende Handdruckspritze mit einigem Schlauchmaterial stand zur Verfügung. Ein einfacher Wildschuppen in Unterschulenberg war damals das „Gerätehaus“.
Zuerst eine Pflicht-Feuerwehr In einem Schreiben des Kreisführers der Freiwilligen Feuerwehren des Landrats des Kreises Zellerfeld vom 10. Juli 1943 teilt dieser den Freiwilligen Feuerwehren mit, dass die bisherige Pflichtfeuerwehr Schulenberg seit dem 01. Juni 1943 in eine Freiwillige Feuerwehr umgewandelt worden ist. Damit war das gesamte Feuerlöschwesen im Kreis Zellerfeld auf eine freiwillige Grundlage gestellt. Die neue Feuerwehr wurde auf eine Sollstärke von 25 festgesetzt, die Iststärke betrug 20 Mann.
Auf Betreiben folgender Bürger kam es am 03. Juni 1943 zur Gründung in Schulenberg: Richard Böhm, Karl Himstedt, Emil Ehrenberg, Alfred Eicke, Erich Bößmann, Willi Eicke, Wilhelm Körber und Karl Ebeling.
Nach der Gründung wurde umgehend die alte Handdruckspritze durch eine Tragkraftspritze ersetzt, die in einem ebenfalls mit angeschafften Anhänger (TSA) untergebracht war. Die Ausrüstung wurde weiter durch Uniformen, Stahlhelme und Gasmasken ergänzt. Eine Forstscheune in Mittelschulenberg wurde jetzt „Gerätehaus“. Erster Gemeindebrandmeister wurde Wilhelm Körber, der schon die Pflichtfeuerwehr geführt hatte. Er bekleidete dieses Amt bis zum 15. Juli 1954.
Während der Kriegsjahre waren die jungen und wehrpflichtigen Männer an der Front und so mußten schon damals die Frauen bei Einsätzen mit herangezogen werden. Noch in der Amtszeit von Wilhelm Körber fällt wohl der größte Brand, den die Schulenberger Wehr je zu bekämpfen hatte, nämlich der Großbrand des Eisenbahnerheimes im Ortsteil Festenburg am 07. Februar 1953. Zwei Meter hoher Schnee und 28 Grad Kälte behinderten die Löscharbeiten außerordentlich stark. Nur mit Unterstützung der Nachbarwehren gelang es schließlich, den Brand unter Kontrolle zu bekommen. In Ermangelung eines eigenen Löschfahrzeuges mußte alles notwendige Gerät mit einem angemieteten LKW zur schwer erreichbaren Brandstelle transportiert werden. Es war damals eine fast übermenschliche Leistung aller an der Brandbekämpfung beteiligten Feuerwehrmänner.
Wendepunkt: Bau der Gerätehäuser Am 15 Juli 1954 übernahm Rudolf Keune, der unter Wilhelm Körber schon immer die Hauptlast der Wehr getragen hatte, das Amt des Gemeindebrandmeisters. Er führte die Schulenberger Feuerwehr mit sehr viel Geschick und fester Hand zielstrebig zu einem hohen Ausbildungsstand. Unmittelbar nach seinem Amtsantritt erfolgte am 29. August 1954 die Umsiedlung der Gemeinde (Unter- und Mittelschulenberg) auf den „Kleinen Wiesenberg“, bedingt durch den Bau und die Inbetriebnahme der Okertalsperre.
Von diesem Zeitpunkt an erlebte die Wehr einen planmäßigen und systematischen Aufbau. In der neuen Ortslage stand zunächst noch kein Gerätehaus zur Verfügung. Deshalb mußte auch hier zunächst ein rohgezimmerter Holzschuppen als „Gerätehaus“ dienen. Der alte, nicht mehr einsatzfähige Anhänger wurde durch einen neuen ersetzt. Auch die Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr wurde weiter ergänzt, die für einen modernen Löscheinsatz notwendigen Geräte angeschafft. Bereits zwei Jahre nach der Umsiedlung, im Jahr 1956, konnte die Gemeinde der Wehr ein neues Gerätehaus mit zwei Garagen und den entsprechenden Nebenräumen zur Verfügung stellen. Bereits im Jahr 1957 erhielt das Gerätehaus auch noch einen Schlauchtrockenturm. Damit war neben der evangelischen St. Petri-Kapelle das Feuerwehrgerätehaus ein weiterer auch optischer Ortsschwerpunkt.
Mit Zunahme der gemeindlichen Finanzkraft wurde auch die Freiwillige Feuerwehr nach und nach mit allem notwendigen Gerät ausgerüstet. So konnte dann im Jahr 1969 ein eigenes Löschfahrzeug (LF 8) mit Vorbaupumpe und Tragkraftspritze (TS 8) angeschafft werden. In den folgenden Jahren wurde die Bestückung des Fahrzeuges laufend ergänzt wie z.B. Preßluftatmer, neue Atemschutzmasken und Sprechfunkgeräte. Auch die Wehrangehörigen konnten vollständig mit Uniformen und Arbeitsanzügen ausgerüstet werden.
Rechtzeitig zum 25- jährigem Jubiläum entstand eine Jugendfeuerwehr mit 14 sehr eifrigen Mitgliedern.
1970 verstarb der Gemeindebrandmeister Rudolf Keune durch einen Arbeitsunfall. Sein Nachfolger wurde Fritz Janke, der die Wehr weiter aufbaute.
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